Nachruf

Umberto, Dein unsterblicher Geist wird immer unter uns weilen


„Das stetige, unsterbliche „Licht der Weltvollendung“ leuchtet so rein und ruhig, dass es tausende und abertausende übersehen werden.“
Zitat: Das Buch vom Buddha des Westens, von Hans Albert Müller, Verlag des Ordens der Weltvollendung, herausgegeben im Jahre 1930
Sein Licht leuchtete so klar und rein, weil es geprägt war von der hehren Idee der Weltvollendung.

An einem sonnigen Nachmittag irgendwann im Sommer schlenderten wir am Ufer des Lago di Lugano entlang. Weit waren wir daher gekommen, mein treuer Freund aus der Schweiz, und ich. Unser lieber Freund Umberto war mit seiner Gattin aus den sonnigen Gefilden Italiens zu uns gestoßen.

Es gab viel zu besprechen an jenem Nachmittag, die Beziehungen zwischen den Geheimgesellschaften und den Logen waren ein wichtiges Thema, und Umberto berichtete uns von seiner Freundin, der Gräfin Sforza aus Ravenna. Das besagte Buch vom Orden der Weltvollendung, mit einer Widmung und einem handschriftlichen Text an die Gräfin, hatte er dabei. Natürlich war das Geschlecht der Sforzas nicht ausgestorben, genauso wenig wie das der Medici. Was aber machte die Gräfin so interessant für uns? Nun ja, es war die Jahrtausende alte Beziehung zum „Orden der Maler“, dem unter anderem Leonardo da Vinci angehörte. Die „Maler“ prägten wie keine andere Geheimgesellschaft den Lauf der Geschichte im erheblichen Maße. Wir sprachen über die "Prieuré de Sion" und Pierre Plantard, der auch dem Orden der „Maler“ angehörte. Und wir sprachen über Adolf Hitler und Rudolf Hess, der mit seinem Schottland-Flug im Auftrag des Ordens der „Maler“ erfolgreicher war als es die Geschichtsschreibung zulässt. Wer wußte schon vom Zwillingsbruder von Hess, der Gerolf hieß?

All diese Ereignisse waren uns sehr lebhaft bewusst, ja es schien als ob wir selbst Mitspieler in diesem Schachspiel der Geschichte gewesen wären. Jeder von uns erinnerte sich an Details, die zusammengefügt ein großes Puzzle ergaben, welches durchaus die Macht hatte, die Geschichtsschreibung zu ändern. Natürlich wußten wir um den Sinn der Geschichtsverfälschung, wir wußten von den Protagonisten und ihren unedlen Zielen.
Auf der anderen Seite des Lago di Lugano lag Campione d'Italia, und Umberto sprach von einem gewissen Grabmal, welches wir noch besuchen sollten.

Nach einigen Stunden setzten wir uns in ein Café, schon im Schutze einer Palisade vor den abendlich kühlen Winden des Sees. Der Geist der „Maler“ schwebte immer noch über unseren Köpfen und leise murmelten wir Fragen in den Abend. Wann kommen wir wieder? Werden wir uns dann genauso erkennen wie heute? Welche Zeichen wollen wir vereinbaren?

Blätter fielen raschelnd von den Bäumen, im blutroten Abendlicht sanken sie leblos ins Wasser des Lago di Lugano. Wir wußten nicht, dass Umberto das erste Blatt war, welches ins Wasser eintauchte, um daraus wiedergeboren zu werden. Aber wir hatten an jenem Abend einen Bund erneuert, der über den Lauf der Geschichte hinausging: die „Maler“ und die Thule waren wiedervereint! Mit dieser Gewissheit im Herzen fuhren wir zurück in den rauhen Norden, in die schneebedeckten Berge der Schweiz.


Schlaf gut lieber Freund und Kamerad! Wir sind immer bei Dir!

 

Jarl Vidar im Julmond des Jahres 2015

Kommentare   

+12 # f.wächter 2015-12-08 22:26
Das ist der Kreislauf des Lebens. Kinder werden geboren, gleichzeitig aber sterben ältere Menschen. Aber nur der Körper stirbt, die Seele ist unsterblich!
Tot ist man nur letztendlich wenn niemand mehr über ihn spricht.
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+10 # f.wächter 2015-12-09 17:42
Was ist Leben? Herzblut, Flamme. Und der Lebende hat recht. Aber er hat die Toten in sich. Und so gibt es keinen Tot.
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+7 # der Rebell 2015-12-16 16:56
Er lebt weiter in uns so wird er nie Sterben.
Wir werden seiner Ehren.
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0 # Amen 2016-04-26 22:27
Ja genau!
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